Installation von Pentaho 3.6
Im letzten Artikel Einführung in Business Intelligence mit Pentaho habe ich das Thema Business Intelligence grob angerissen und auf die Notwendigkeit einer Business Intelligence Suite hingewiesen. In diesem Artikel werde ich den Weg zum eigentlichen Tutorial bahnen. Zielstellung ist es, am Ende des Artikels eine funktionierende Pentaho Installation (Community Edition) inklusive der Entwicklertools sowie einer MySQL Datenbank eingerichtet zu haben.
Ich beziehe mich im Verlauf des Artikels auf Linux (in meinem Fall Ubuntu). Für abweichende Betriebssysteme ist unter Umständen eine andere Konfiguration und Notation erforderlich.
Herunterladen der Software: Business Intelligence Server Community Edition (Windows, Linux/Mac)
Aktuell ist die Version 3.6 als stabil gekennzeichnet. Ein RC 3.7 steht für Experimentierfreudige User ebenfalls auf Sourceforge zum Download bereit.
Das heruntergeladene Archiv muss nun entpackt und einige Dinge eingerichtet werden.
- # Anlegen eines Benutzers und einer Benutzergruppe "pentaho" zum späteren Ausführen des Servers
- sudo addgroup pentaho
- sudo adduser --system --ingroup pentaho --disabled-login pentaho
-
- # Anlegen eines Verzeichnisses /opt/pentaho
- sudo mkdir /opt/pentaho
-
- # Entpacken der Pentaho Suite nach opt/pentaho
- cd /opt/pentaho
- sudo tar -xzf ~/DownloadVerzeichnis/biserver-ce-3.6.0-stable.tar.gz
- # Nach dem Entpacken findet ihr im Zielverzeichnis die 2 Verzeichnisse administration-console und biserver-ce an
-
- # Berechtigungen für Benutzer und Gruppe "pentaho" setzen
- sudo chown -R pentaho:pentaho /opt/pentaho
- sudo chmod +x /opt/pentaho/start-pentaho.sh
- sudo chmod +x /opt/pentaho/stop-pentaho.sh
Jetzt ist es an der Zeit, einen ersten Funktionstest durchzuführen. Nach Aufrufen den Start-Scriptes und Starten des Servers ist das System unter http://localhost:8080 auf eurem System verfügbar. Der Hostname ist bei euch gegebenenfalls abweichend und bei Bedarf entsprechend auszutauschen.
- sudo -u pentaho JAVA_HOME=/usr/lib/jvm/java-6-sun biserver-ce/start-pentaho.sh
- #... zum Stoppen CTRL+C und dann Ausführen des Stopp-Scriptes
- sudo -u pentaho JAVA_HOME=/usr/lib/jvm/java-6-sun biserver-ce/stop-pentaho.sh
Nach Auswahl des Benutzers “Joe” im Login-Splash wird das Kennwort vorgeschlagen. Es ist einfach nur zu bestätigen.
Im Großen und Ganzen war es das für die Installation auch schon, sofern der Server lediglich zum Testen und Entwickeln betrieben werden soll. Für ein Produktivsystem sind natürlich Anpassungen an der Konfiguration notwendig.
Eine Sache solltet ihr aber noch wissen – die Beispieldaten funktionieren nicht. Dafür sind Anpassungen notwendig. Der Einfachheit halber sollte über die Administration-Konsole eine JNDI Datenbank Quelle konfiguriert werden. Es macht die Sache später in der Entwicklung sehr einfach, da nicht stetig die kompletten Verbindungs- und Treiberdaten angegeben werden müssen. Hierfür ist die Administration-Konsole zunächst zu starten.
- sudo -u pentaho JAVA_HOME=/usr/lib/jvm/java-6-sun administration-console/start-pac.sh
- #... zum Stoppen CTRL+C
Nach Aufrufen der URI http://localhost:8099 in eurem Browser wird die Eingabe einer Benutzerkennung verlangt. Die Standard Benutzerkennung lautet admin:password. Nach erfolgtem Login klickt ihr auf “Administration” (grüner Button links) und wählt dort den Reiter “Database Connections” aus. Dort seht ihr links eine Liste aller bereits eingerichteten Datenbank-Verbindungen. Oberhalb dieser Liste kann mit einem Klick auf das “+” eine neue Verbindung eingefügt werden. Die Benennung der neuen Verbindung sollte nicht allzu kryptisch, idealerweise sehr kurz (z.B. dwh) lauten, da diese Kennung später als Bezeichner verwendet wird. Im Feld URL ist passend zur Datenbank eine Datasource einzugeben. Für MySQL könnte das wie folgt aussehen
- #jdbc:mysql://Hostname/Datenbank
- jdbc:mysql://localhost/dwh
Alle anderen Felder sind selbsterklärend. Nach dem Speichern steht euch diese Datasource später in der Dashboard-Entwicklung zur Verfügung.
Zusammenfassung
Dieser Artikel sollte euch zu einem funktionierenden Testsystem geführt haben. Die Suite kann in vielfältiger Weise auf die eigenen Ansprüche angepasst werden, aber das würde an dieser Stelle mit dem Ziel der Dashboard-Entwicklung den Rahmen sprengen.
Ausblick
Im nächsten Artikel werde ich euch einige von mir bereits entwickelte Dashboards zeigen. Teile davon werde ich euch in sich anschließenden Artikeln aufzeigen. Im Groben werden wir zunächst ein individuelles Template mit diversen Selektoren erstellen und anschließend für Content sorgen. Innerhalb des Contents werde ich euch aufzeigen, wie man mittels des CDF Anfragen an den Server stellt und deren Responses (JSON, Charts, etc.) verarbeitet. Das Dashboard wird interaktiv sein, so dass eine Analyse von groben Daten hin zu feinen Daten möglich ist. Im Anschluss an dieses Tutorial solltet ihr in der Lage sein, mit dem erworbenen KnowHow eigene Dashboards zu entwickeln. Bis bald.
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